CAPACITY

Ein innovativer Ansatz zur Steigerung der körperlichen Aktivität bei älteren Personen unter Einbeziehung von Citizen-Science und moderner Technologie

Obwohl der gesundheitsfördernde Effekt von regelmässiger Bewegung bekannt ist, bleibt es schwierig, ältere Personen mit und ohne chronische Erkrankung zu mehr körperlicher Aktivität zu bewegen.

In der CAPACITY-Studie Projekt wurde das Projekt „Zäme go laufe“ entwickelt. Dabei wurden verschiedene Einflussfaktoren auf die körperliche Aktivität berücksichtigt: individuelle, interpersonelle, kulturelle und Umweltfaktoren. Es kam moderne Technologie zum Einsatz (Smartphone mit drei Apps) und die Teilnehmenden wurden am Entwicklungsprozess der Intervention direkt beteiligt.

Die Zielgruppe waren ältere Personen über 60 Jahre einer typischen Schweizer Kleinstadt, Wetzikon, die zusammen „laufen“ gehen sollten. Wir boten ihnen sechs Gehstrecken in ihrer Umgebung in Wetzikon mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden an. Alle Teilnehmer erhielten ein Smartphone mit einer Schrittzähler-App, einer Kalender-App und einer Nachrichten-App (WhatsApp), worüber sie miteinander kommunizieren konnten (WhatsApp-Gruppe).

Wir haben die Projektteilnehmenden motiviert, sich selbst zu organisieren und sich zusammen für Spaziergruppen zu verabreden. Treffpunkt und Zeiten wurden mit Unterstützung des Teams über die Kalender- und Nachrichten-Apps kommuniziert.

Nachdem die Teilnehmenden das Smartphone eine Woche lang benutzt haben, haben wir mit ihnen ihre aktuelle Anzahl Schritte pro Tag besprochen und haben mit ihnen gemeinsam ein individuelles kurzfristiges und langfristiges Schrittziel festgelegt. Wir haben den Teilnehmenden empfohlen, miteinander über die WhatsApp-Gruppe zu kommunizieren. Mittels „Trophäen“, die sie über das Schrittzähler-App gewinnen konnten, wurden sie zusätzlich zur Erreichung ihres Schrittziels motiviert. Ausserdem haben wir sie ermutigt, Freunde oder Bekannte zu dem Projekt einzuladen.

Um den Effekt festzustellen, wurde zu Beginn und nach einem halben Jahr der Studie die körperliche Aktivität mit einem Beschleunigungssensor gemessen. Es wurde die tägliche Anzahl Schritte sowie Intensität und die Dauer der Aktivitäten gemessen.

Citizen Science:

  • Die Teilnehmenden wurden in die Entwicklung und Organisation der Intervention involviert.
  • Die Teilnehmenden entwickelten auf eigene Initiative hin und selbständig sechs zusätzliche Gehstrecken für das Projekt.
  • Die Teilnehmenden sind aktuell in den Transferprozess der Studie involviert, mit dem Ziel, das Projekt nachhaltig ohne das Forscherteam aufrechterhalten zu können

Insgesamt nahmen 29 Personen an der Studie teil.

Aktuell (Stand Mai 2017) haben 23 Personen die Nachfolgeerhebungen bereits abgeschlossen, 3 Personen sind aus gesundheitlichen Gründen aus der Studie ausgeschieden. Diejenigen, die die Nachfolgeerhebungen bereits abgeschlossen haben, weisen eine signifikante Erhöhung der Aktivität in mittlerer und starker Intensität auf (p=0.039) aber keine Erhöhung der täglichen Anzahl Schritte (p=0.291). 

 

Projektbeteiligte:

Institut für Epdiemologie, Biostatistik und Prävention, UZH

Dr. Anja Frei, Kaba Dalla Lana, Dr. Thomas Radtke, Emily Stone, Prof. Dr. Milo Puhan